Zecken
Zecken kommen in Sachsen praktisch ganzjährig vor. Sie sitzen auf Grashalmen, im Gebüsch oder auf Totholz und lauern ihrem Wirt auf. Sie benötigen Blutmahlzeiten für ihre Entwicklung vom Larvenstadium zum erwachsenen (adulten) Tier und können während ihres Stiches Krankheitserreger übertragen. Für den Menschen sind hierzulande insbesondere die Übertragung von Borrelien und FSME-Viren von Bedeutung. Fast ganz Sachsen gilt inzwischen als FSME-Risikogebiet. Dort wird die Impfung gegen FSME empfohlen.
Infektionen mit diesen Erregern können mit milden grippeähnlichen Symptomen einhergehen oder asymptomatisch verlaufen. In seltenen Fällen können diese Erreger auch zu schwer verlaufenden Infektionen, wie Hirnhaut- und Gehirnentzündungen (FSME-Virusinfektionen), Neuroborreliose, Lyme-Arthritis, Lyme-Karditis (Borrelien) und zu irreversiblen Organschädigungen führen.
- Flyer Zecken (*.pdf, 1,42 MB)
- Hier Flyer über den zentralen Broschüren-Versand bestellen
- Poster Zecken für Kitas und Grundschulen (nicht barrierefrei) (*.pdf, 0,44 MB)
- Pressemitteilung des SMS: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Landkreis Nordsachsen als Risikogebiet eingestuft (*.pdf, 78,32 KB)
- Infoblatt FSME 2026 (aktuelle Meldezahlen und Impfdaten aus Sachsen) (*.pdf, 0,28 MB)
Weiterführende Informationen finden Sie unter:
- Link zur Karte mit Risikogebieten
- https://www.zecken-radar.de/
- https://www.infektionsschutz.de/infektionen/uebertragungswege/infektionen-ueber-zecken-und-muecken/
Bild links:
Gemeiner Holzbock: Nymphe (links), weiblich (Mitte) und männlich (rechts)
Bild rechts:
Auwaldzecke: weiblich (links) und männlich (rechts)
Die häufigste Zeckenart in Sachsen ist der Gemeine Holzbock. Auch die Auwaldzecke hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark in Sachsen ausgebreitet.
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, z.B. Borrelien, FSME-Viren, Rickettsien oder Babesien. Infektionen mit diesen Erregern können ganz unterschiedlich verlaufen, ohne oder mit nur milden grippeähnlichen Symptomen bis hin zu sehr schwer verlaufenden Infektionen.
Im Rahmen einer Studie der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) Sachsen im Jahr 2024 wurden an 47 Orten über 3.400 Zecken gesammelt, davon 2.761 Gemeine Holzböcke. Im Durchschnitt wurden 16 Holzböcke und 4 Auwaldzecken auf 100 m² gefunden. Jeder dritte Holzbock war mit Borrelien infiziert, wobei deutliche regionale Unterschiede bestanden.
Helfen Sie mit, das Vorkommen verschiedener Zeckenarten in Deutschland zu überwachen. Laden Sie Fotos gefundener Zecken hoch auf:
https://de.observation.org/species/ZEMEKI/
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Borrelien |
Rickettsien |
Babesien |
|---|---|---|---|
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Gemeiner Holzbock |
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Nymphe |
24,9 |
9,8 |
2,4 |
|
Adult |
38,6 |
9,5 |
5,4 |
|
Auwaldzecke |
|
||
|
Adult |
0,6 |
82,7 |
0,5 |
Borreliose ist in Europa die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit.
Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Borrelien ausgelöst wird. Diese Bakterien können während der Blutmahlzeit von infizierten Zecken auf den Menschen übertragen werden. In den meisten Fällen kann der Körper die eingedrungenen Bakterien eliminieren, so dass keine Krankheitssymptome auftreten.
Bei 80 bis 90 % der symptomatischen Infektionen entsteht nach etwa 3 bis 30 Tagen eine sich um die Einstichstelle ausbreitende ringförmige Rötung (Wanderröte). Selten treten schwerere Krankheitsverläufe mit Beteiligung der Gelenke, des Nervensystems, der Haut oder des Herzens auf. Bei Symptomen kann eine Behandlung mit Antibiotika schwere Krankheitsverläufe in der Regel verhindern. Eine Impfung gegen Borreliose steht bislang nicht zur Verfügung. Das zügige Entfernen der Zecke verringert die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Borrelien.
Weitere Informationen zur Borreliose finden Sie unter:
https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/borreliose/
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine virale Infektionskrankheit. In den meisten Fällen werden FSME-Viren bei einem Zeckenstich übertragen. Selten kann man sich auch durch Rohmilch-Produkte von Ziegen, Schafen oder Kühen anstecken.
Circa 70 - 95 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mit milden grippeähnlichen Symptomen. Selten treten schwere Krankheitsverläufe mit Hirnhaut- und Gehirnentzündungen auf, die bei etwa 1 % der Erkrankten tödlich verlaufen. Insbesondere Menschen ab 40 Jahren haben ein höheres Risiko einer schweren FSME-Erkrankung. Eine spezifische Therapie steht nicht zur Verfügung, es können lediglich die Symptome behandelt werden.
Weitere Informationen zu FSME finden Sie unter:
https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/fsme/
Mit Ausnahme des Stadt- und Landkreises Leipzig gilt inzwischen ganz Sachsen als FSME-Risikogebiet. In den vergangenen Jahren wurden vermehrt FSME-Fälle gemeldet. Für Menschen, die in Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten (zum Beispiel auf Reisen) und mit Zecken in Kontakt kommen können, wird die Impfung gegen FSME empfohlen. Die Impfung ist gut verträglich und sehr wirksam.
Presse Mitteilung mit genauen Zahlen für Sachsen
Link zur Karte mit Risikogebieten
Um sich vor Zeckenstichen und durch sie übertragenen Krankheitserregern zu schützen, wird Folgendes empfohlen:
- Bleiben Sie auf den Wegen und meiden Sie hohes Gras, Gebüsch und Unterholz.
- Tragen Sie in der Natur festes Schuhwerk und helle, lange Kleidung. Stecken Sie dabei die Hosenbeine möglichst in die Socken.
- Verwenden Sie Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung.
- Suchen Sie Ihren Körper nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich ab. Besonders häufig stechen Zecken an geschützten Stellen wie am Haaransatz, Bauchnabel, in den Achselhöhlen, Ellenbeugen, Kniekehlen oder dem Genitalbereich.
- Entfernen Sie die Zecke schnellstmöglich um eine Infektion mit Borrelien, die erst nach einigen Stunden übertragen werden, zu verhindern.
- Lassen Sie sich gegen FSME impfen! Fast ganz Sachsen gilt als FSME Risikogebiet. Die Impfung ist gut verträglich und schützt zuverlässig vor einer FSME-Erkrankung.
Weitere Informationen zur FSME-Impfung finden Sie unter:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html
https://www.infektionsschutz.de/impfen/fuer-erwachsene/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis/
Sollten Sie eine Zecke am Körper entdecken, entfernen Sie diese möglichst schnell. So wird das Risiko einer Übertragung von Borrelien stark vermindert. Zur Zeckenentfernung stehen unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung, wie Pinzetten, Zeckenzangen oder Zeckenkarten.
- Fassen Sie die Zecke möglichst hautnah am Kopf und ziehen Sie diese langsam gerade heraus. Achten Sie darauf, den Körper der Zecke dabei nicht zu quetschen, da sonst die Übertragung möglicher Infektionserreger begünstigt wird.
- Verzichten Sie darauf die Zecke zuvor mit Öl, Klebstoff oder sonstigen Substanzen zu behandeln. Solche Manipulationen können die Übertragung von Krankheitserregern fördern.
- Desinfizieren Sie anschließend die Einstichstelle gründlich.
- Töten Sie die Zecke nach der Entfernung sicher ab, ohne dass Sie mit den Körperflüssigkeiten der Zecke in Kontakt kommen.
- Sollte innerhalb der ersten Wochen eine kreisförmige, sich ausbreitetende Rötung (Wanderröte) auftreten, suchen Sie bitte einen Arzt auf.
Der Klimawandel wirkt sich auf zahlreiche Parameter aus, die Einfluss auf Zecken und zeckenübertragene Krankheitserreger haben. Zu diesen gehören unter anderem:
- Aktivitätszeiten: Mildere Winter erlauben eine fast ganzjährige Aktivität der Zecken. Im Gegensatz dazu reduziert große Trockenheit im Sommer die Aktivität.
- Artenzusammensetzung: Neben dem Gemeinen Holzbock verbreitet sich zunehmend auch die Auwaldzecke, die inzwischen in Sachsen fast flächendeckend nachweisbar ist. Wärmeliebende Zecken der Gattung Hyalomma, die bisher in Deutschland nicht heimisch sind und die u.a. das Krim-Kongo-Fieber-Virus übertragen können, finden zunehmend geeignete Bedingungen. In Sachsen wurden diese bereits vereinzelt gefunden.
- Ausbreitungsgebiete: Die Klimaerwärmung führt zu einer Ausbreitung der Zecken in immer nördlichere Breiten und immer höhere Lagen (bis 1200m).
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Zeckendichte:
- Höhere Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Zecken, so dass im selben Zeitraum mehr Vermehrungszyklen stattfinden können.
- Höhere Temperaturen können das Nahrungsangebot für Nagetiere verbessern (z.B. häufigere Buchenmastjahre), Zecken steht dann eine große Population von Wirtstieren zur Verfügung. Diese Wirtstiere sind zugleich Reservoir für zahlreiche durch Zecken übertragenen Krankheitserreger, u.a. das FSME-Virus und verschiedene Borrelia-Arten.
- Verändertes Freizeitverhalten des Menschen: Eine verlängerte Saison für Outdoor-Aktivitäten kann die Wahrscheinlichkeit für Zeckenstiche und somit auch für Übertragungen von Krankheitserregern erhöhen.