Asiatische Tigermücken
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und hat sich durch internationale Warentransporte inzwischen weit verbreitet. Sie zählt zu den invasivsten Tierarten der Erde. Aufgrund der klimatischen Veränderungen findet die Asiatische Tigermücke auch bei uns zunehmend günstige Bedingungen zur Ansiedlung vor. Besonders in Südeuropa und im Südwesten Deutschlands ist die Asiatische Tigermücke bereits fest etabliert. In den letzten Jahren kamen stetig neue Verbreitungsgebiete dazu.
Die Asiatische Tigermücke ist eine tagaktive, aggressiv stechende Mückenart. Ihr Vorkommen kann den Aufenthalt im Freien massiv beeinträchtigen. Zudem ist sie ein effizienter Überträger zahlreicher tropischer Infektionserreger, darunter des Dengue-, Chikungunya- und Zikavirus.
Die wichtigste Maßnahme gegen die Ansiedelung und Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke ist, ihr die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen.
Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte auf dem eigenen Balkon und im Garten darauf achten, stehendes Wasser zu vermeiden oder mindestens wöchentlich zu leeren, damit die Asiatische Tigermücke weniger Brutstätten findet.
Bisher wurde die Asiatische Tigermücke in Sachsen nur in Dresden nachgewiesen, doch ihre Ansiedlung ist grundsätzlich überall möglich. Werden bei ihrem Auftreten sofort Maßnahmen ergriffen, kann bestenfalls die Etablierung der Asiatischen Tigermücke verhindert werden. Anderenfalls dämmen die Maßnahmen zumindest ihre Vermehrung ein. Dafür ist ein frühzeitiges Erkennen neu eingeschleppter Mücken essentiell.
Bitte melden Sie Verdachtsfunde von Asiatischen Tigermücken!
Schicken Sie dazu bitte
- ein Foto der Mücke (mit erkennbarem weißen Streifen auf Kopf und Rücken) an
tigermuecke@lua.sms.sachsen.de - gegebenenfalls das Mückenexemplar an den Mückenatlas
https://mueckenatlas.com/mueckenjaeger-werden/
- Flyer Asiatische Tigermücke (*.pdf, 2,05 MB)
- Hier Flyer über den zentralen Broschüren-Versand bestellen
2026
Von Mai bis Oktober 2026 ist im Gebiet des bisherigen Auftretens der Asiatischen Tigermücke ein Mücken-Monitoring geplant.
2025
Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen führte in Absprache mit dem Amt für Gesundheit und Prävention der Landeshauptstadt Dresden und in Kooperation mit den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden von April bis Oktober 2025 ein Monitoring mittels Mückenfallen durch. Ein Gebiet mit einem Radius von 300m um die ursprüngliche Fundstelle wurde eingeschlossen. Folgende Fragen sollten damit geklärt werden:
- Konnte die Asiatische Tigermücke in Dresden überwintern?
- Wenn ja, wie weit um den ursprünglichen Fundort hat sie sich bereits verbreitet?
Alle Haushalte und Einrichtungen innerhalb des Monitoring-Gebietes erhielten Informationen über die Asiatische Tigermücke und wurden um Mithilfe bei der Beseitigung von Brutstätten sowie um die Meldung verdächtiger Mücken gebeten.
Nach den ersten Nachweisen der Asiatischen Tigermücke im Frühsommer 2025 erhielt das Thema in der Lokalpresse Aufmerksamkeit und es wurde sachsenweit um die Meldung von Verdachtsfunden an die LUA Sachsen gebeten.
Ergebnisse 2025
In Dresden, Stadtteil Äußere Neustadt, hat die Asiatische Tigermücke überwintert und im Jahr 2025 mehrere Vermehrungszyklen durchlaufen. Im Zeitraum von Juni bis September 2025 wurden Asiatische Tigermücken im Monitoring-Gebiet gefunden. Damit gilt die Population dort als etabliert. Die Funde blieben allerdings auf ein relativ kleines Gebiet beschränkt und es kam zu keiner starken Vermehrung. Mögliche Gründe dafür sind klimatisch eher ungünstige Bedingungen für Insekten im Sommer 2025 sowie die Beseitigung von potentiellen Brutstätten durch betroffene Anwohner.
An der LUA Sachsen sind über 300 Verdachtsmeldungen aus Sachsen eingegangen. Lediglich in einem Fall handelte es sich dabei um eine Asiatische Tigermücke. Der Fundort lag im Dresdener Stadtteil Plauen. Auch dort informierte die LUA angrenzende Haushalte im Umkreis des Fundortes und stellte eine Mückenfalle auf. Es kam dort jedoch zu keinen weiteren Belästigungen der Anwohner und keinen weiteren Nachweisen.
2024
In Sachsen wurde die Asiatische Tigermücke erstmals im September 2024 in Dresden im Stadtteil Äußere Neustadt nachgewiesen.
- Kleine Stechmücke mit einer Größe von 5 - 10 mm (mit Beinen kleiner als 1 Cent-Münze)
- Tag- und dämmerungsaktives, aggressives Stechverhalten
- Auffällige schwarz-weiße Musterung
- Eine weiße Linie verläuft über den Hinterkopf und Rücken (1)
- Die Hinterbeine haben fünf weiße Ringe und enden weiß (2)
Die Asiatische Tigermücke wird leicht mit der Asiatischen Buschmücke verwechselt. Diese ist jedoch größer, ihr fehlt die charakteristische einzelne weiße Line über Hinterkopf und Rücken und sie hat nur drei weiße Ringe am hintersten Beinpaar.
Die ursprünglich aus dem asiatisch-pazifischen Raum stammende Asiatische Tigermücke ist mittlerweile auf allen Kontinenten außer der Antarktis zu finden. Seit den 1990er Jahren hat sie sich massiv in Südeuropa und Teilen Mitteleuropas ausgebreitet. Seit dem ersten Fund in Deutschland im Jahr 2007 hat sie sich vor allem im Südwesten Deutschlands in einigen Gebieten angesiedelt. Auch in Dresden gilt eine Population inzwischen als etabliert.
Ihre Weiterverbreitung erfolgt in erster Linie durch internationale Warentransporte. Eine besondere Bedeutung hat dabei der Altreifenhandel. Eier bzw. Larven der Asiatischen Tigermücke können beispielsweise auch mit Pflanzen, z.B. Glücksbambus, eingeschleppt werden. Innerhalb Europas findet der Transport häufig entlang Fernverkehrsstrecken statt.
Ihre erfolgreiche Ausbreitung verdankt die Asiatische Tigermücke ihrer hohen Anpassungsfähigkeit. Sie ist in der Lage, trockenheits- und kälteresistente Eier zu bilden und in städtischen Gebieten in kleinen Wasseransammlungen zu brüten.
Die aktuellen Karten zur Verbreitung der Asiatischen Tigermücke in Europa bzw. in Deutschland finden sie unter:
Die Asiatische Tigermücke ist ein effizienter Überträger zahlreicher (sub-)tropischer Infektionserreger, darunter des Dengue-, Chikungunya- und Zikavirus.
Bislang wurde noch keine Übertragung in Deutschland beobachtet. Jedoch können Reiserückkehrer aus entsprechenden Gebieten diese Krankheitserreger in sich tragen. Werden diese infektiösen Personen dann hier von einer Asiatischen Tigermücke gestochen, besteht das Risiko einer lokalen Weiterverbreitung. Da die Asiatische Tigermücke in Sachsen bislang nur lokal begrenzt vorkommt, wird das Risiko einer solchen Übertragung aktuell als sehr gering erachtet. In Südeuropa hingegen sind bereits wiederholt Krankheitsfälle und auch -ausbrüche von Dengue- und Chikungunya-Fieber aufgetreten. Dabei handelte es sich um vor Ort erworbene Infektionen, die durch die bereits großflächig vorkommende Asiatische Tigermücke übertragen wurden.
Meist verläuft eine Infektion mit dem Dengue-Virus unbemerkt oder mit milden Symptomen. Es kann jedoch auch eine schwere akute Erkrankung mit hohem Fieber, starken Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen (»Knochenbrecherfieber«) sowie einem Hautausschlag auftreten. In seltenen schweren Fällen kann es zu Blutungen und einem lebensbedrohlichen Dengue-Schock-Syndrom kommen. Weltweit hat die Zahl der Dengue-Infektionen in den letzten Jahren stark zugenommen.
Charakteristisch für eine Chikungunya-Infektion sind plötzlich auftretendes hohes Fieber und sehr starke Gelenkschmerzen, die bei etwa einem Drittel der Erkrankten über Monate und teilweise Jahre andauern. Die Erkrankung ist selten tödlich, kann aber die Lebensqualität im Fall anhaltender Beschwerden erheblich beeinträchtigen.
Eine Zikavirus-Infektion verläuft meist ohne Symptome oder mild mit Fieber, Hautausschlag, Bindehautentzündung und Gelenkschmerzen. Ein Risiko durch die Infektion besteht v.a. in der Schwangerschaft, da sie beim ungeborenen Kind schwere Fehlbildungen wie Mikrozephalie verursachen kann.
Weiter Informationen zu den verschiedenen Infektionen finden sie unter:
https://www.bnitm.de/aktuelles/fragen-und-antworten/faq-zum-dengue-virus
https://www.bnitm.de/aktuelles/fragen-und-antworten/faq-zum-chikungunya-virus
Reiserückkehrer aus tropischen Ländern können durch Mücken übertragene Infektionserreger wie das Dengue-, Chikungunya- oder Zikavirus mit nach Deutschland bringen. Falls infizierte Personen in Deutschland von einer Asiatischen Tigermücke gestochen werden, können diese Infektionserreger auch hier auf andere Menschen übertragen werden.
Daher ist es wichtig, dass Reisende aus (sub-)tropischen Gebieten die ersten zwei Wochen nach ihrer Rückkehr auf einen guten Mückenschutz durch lange Kleidung und ggf. die Verwendung von Mitteln zur Mückenabwehr achten. Diese Vorsichtsmaßnahme ist auch dann wichtig, wenn keine Krankheitssymptome bemerkt werden. Auch bei einer asymptomatisch verlaufenden Infektion sind Krankheitserreger im Blut vorhanden und können über den Stich von einer Asiatische Tigermücke aufgenommen und durch sie hierzulande auf andere Menschen übertragen werden.
Heimische Stechmücken sind keine Überträger dieser Viren.
Die wichtigste Maßnahme gegen die Ansiedelung und Verbreitung der Asiatischen Tigermücke ist, ihr die Möglichkeit zum Brüten zu nehmen. Asiatische Tigermücken brüten bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen in menschlichen Siedlungsräumen. Ideale Bedingungen finden sie auch in Kleingartenanlagen und auf Friedhöfen vor.
Typische Brutstätten sind beispielsweise Regentonnen, mit Wasser gefüllte Gießkannen, Grabvasen, Topfuntersetzer, Vogeltränken, Sandspielzeug, Planschbecken oder verstopfte Dachrinnen. Auch Gullis und Telekommunikationsschächte sind potenzielle Brutstätten. Gartenteiche sind in der Regel keine relevante Brutstätte, da es dort genügend natürliche Fressfeinde von Mückenlarven gibt.
Bitte helfen Sie mit bei der Beseitigung möglicher Brutstätten, indem Sie
- alle Gegenstände, in denen sich Wasser sammeln kann, entfernen und Gefäße mit stehendem Wasser (z.B. Vogeltränken) mindestens wöchentlich komplett leeren
- Regentonnen mückensicher abdichten (z.B. mit feinmaschigen Netzen oder Deckeln)
- Wasser aus möglichen Brutstätten nicht in den Abfluss gießen, sondern es einfach im Garten verschütten. Die Eier der Asiatische Tigermücke können im Abwassersystem leicht überwintern
- beim Frühjahrsputz auf freie Regenrinnen achten und Gegenstände mit Wasseransammlungen mechanisch reinigen, um überwinternde Eier vor Saisonbeginn zu beseitigen
- bei Reisen in Gebiete mit Tigermücken (z.B. Frankreich und Italien, aber auch Südwest-Deutschland) darauf achten, keine Mücken im Auto zu importieren
Bitte melden Sie verdächtige Mücken an tigermuecke@lua.sms.sachsen.de, damit frühzeitig neue Ansiedlungsorte identifiziert und Maßnahmen ergriffen werden können.
Stehendes Wasser, das nicht mindestens wöchentlich komplett geleert wird (z.B. in Regentonnen), kann mit Bti-Tabletten behandelt werden. Dieser biologische Wirkstoff basiert auf einem Protein das vom Bodenbakterium Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) produziert wird und in der korrekten Dosierung spezifisch Stechmückenlarven abtötet.
- Die weibliche Asiatische Tigermücke lebt vier bis sechs Wochen und muss zur Produktion der Eier mindestens eine Blutmahlzeit aufnehmen.
- Sie legt mehrmals Eier ab (insgesamt bis zu 300), bevorzugt direkt oberhalb kleiner Wasseransammlungen.
- Die Eier sind widerstandsfähig gegenüber Austrocknung und Temperaturen bis -10 °C und können somit überwintern.
- Sobald der Wasserspiegel steigt und die Eier, z.B. nach einem Regenschauer, überflutet werden, schlüpfen die Larven.
- Unter optimalen Bedingungen dauert die Entwicklung von der Eiablage über vier Larvenstadien und ein Puppenstadium zum erwachsenen Insekt nur sieben Tage, bei kälteren Temperaturen länger.
- Der Vermehrungszyklus ist temperaturabhängig und findet in unseren Breiten zwischen Mai und Oktober statt.
- Im Hochsommer kann es zu einer massenhaften Vermehrung kommen.
- Die Asiatische Tigermücke ist flugfaul, ihr Flugradius beträgt nur ca. 200 m.
Die Asiatische Tigermücke profitiert stark von der Klimaerwärmung und breitet sich weltweit zunehmend nach Norden und in höhere Lagen aus. Auch in Deutschland findet sie vermehrt passende Bedingungen zur Ansiedlung vor. Mit der Verbreitung der Asiatischen Tigermücke steigt auch das Risiko von Infektionen mit Krankheitserreger, die durch sie übertragen werden. In südeuropäischen Ländern, in denen die Asiatische Tigermücke schon seit Längerem etabliert ist, kommt es regelmäßig zu Erkrankungsfällen und auch Ausbrüchen durch die Übertragung von Dengue- und Chikungunya-Virus. In den letzten Jahren stiegen die Fallzahlen der durch Mücken übertragenen Infektionskrankheiten in Europa.
Der Klimawandel wirkt sich auf zahlreiche Parameter aus, die Einfluss auf das Risiko von Krankheitsübertragungen durch die Asiatische Tigermücke haben, unter anderem auf:
- Verstärkte Vermehrung:
- Höhere Temperaturen führen zu einer beschleunigten Entwicklung, Blutverdauung und Eibildung der Asiatischen Tigermücke.
- Die Asiatische Tigermücke brütet überwiegend in menschlichen Siedlungsräumen und nutzt für die Eiablage kleine Wasseransammlungen z.B. in Topfuntersetzern und Gießkannen. Dadurch ist sie weniger abhängig von Niederschlägen als heimische Mückenarten und findet oft auch bei Trockenheit ausreichend Brutstätten.
- Erregerübertragung: Viele Krankheitserreger, die durch Mücken übertragen werden, benötigen für ihre Entwicklung in der Mücke eine erregerspezifische Mindesttemperatur. Je höher die Temperatur innerhalb des geeigneten Temperaturbereichs ist, desto schneller kann sich der Erreger vermehren. Höhere Temperaturen erhöhen zudem die Effizienz der Erregerübertragung und führen zugleich zu einer erhöhten Stichfrequenz der Mücken.
- Aktivitätszeiten: Längere und heißere Sommer verlängern den Zeitraum, in dem Asiatische Tigermücken aktiv sind und in dem eine Übertragung von Krankheitserregern möglich ist.