Jahresbericht 2025
Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen
Präsidentin der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen
Vorwort
Sehr geehrte LUA-Interessierte,
der Jahresbericht 2025 der LUA Sachsen ist da – kompakt, aber voller spannender Einblicke in unsere Arbeit zu Lebensmitteluntersuchung, Futtermittelüberwachung, Human- und Veterinärmedizin. Alle Zahlen finden Sie unter www.lua.sachsen.de.
In einem herausfordernden Jahr haben wir mit Fachwissen und modernsten Methoden Themen wie Vogelgrippe, Lebensmittelsicherheit oder Zecken- und Mücken-Monitoring bearbeitet. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden – gemeinsam schützen wir die Gesundheit von Mensch und Tier.
Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre.
Jahresbericht 2025
Humanmedizin
Humanmedizin
Untersuchungen auf Darmerkrankungen in Sachsen
In Sachsen untersucht die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Stuhlproben auf Erreger, die Durchfall und Erbrechen auslösen können. Besonders wichtig ist das für Menschen, die mit Lebensmitteln arbeiten, in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Kitas, Schulen, Heime) oder in Justizvollzugsanstalten sind. Auch Proben von Geflüchteten werden, im Rahmen der Erstuntersuchung, an der LUA analysiert.
Ergebnisse 2025
- 1.801 Proben wurden untersucht, in 677 Fällen wurden Erreger gefunden.
- Am häufigsten waren Noroviren, EHEC-Bakterien und Salmonellen.
EHEC – ein besonderer Fokus
EHEC-Bakterien können schwere Verläufe auslösen, besonders wenn sie bestimmte Giftstoffe (Shigatoxine) bilden. 2025 gab es 209 EHEC-Nachweise – das ist fast ein Drittel aller in unserem Labor gefundenen Erreger. Seit 2023 steigen die EHEC-Fälle in Sachsen, auch weil die Tests genauer geworden sind. Im Herbst 2025 gab es einen bundesweiten EHEC-Ausbruch. Dank moderner Methoden konnten auch zwei Fälle aus Sachsen diesem Ausbruch zugeordnet werden.
Ziel
Durch die Untersuchungen sollen Ausbrüche früh erkannt und eingedämmt werden.
Humanmedizin
Serologie 2025 – Geschichten von Antigenen und Antikörpern
Insgesamt wurden 13.076 Blutproben in 52.407 Einzelanalysen untersucht.
HIV-Tests
- 6.629 Proben (1294 von Asylsuchenden) wurden getestet (+19 % im Vergleich zu 2024).
- 41 Personen hatten eine HIV-1-Infektion (0,62 %).
- Ein Drittel der HIV-Fälle betraf Asylsuchende.
Syphilis-Tests
- 4.113 Proben wurden untersucht (–9 %).
- 8,8 % der Proben zeigten eine Syphilis-Infektion an.
- 35 Personen hatten eine behandlungsbedürftige Syphilis (0,86 %).
- 5 Personen hatten gleichzeitig Syphilis und HIV.
Hepatitis-Tests
- Hepatitis A: 6.263 Tests, 3 akute Infektionen.
- Hepatitis B: 6.480 Tests, 2 akute und 60 chronische Infektionen (meist bei Asylsuchenden).
- Hepatitis C: 2.603 Tests, 88 bestätigte Antikörper-Nachweise (3,4 %).
- Hepatitis E: 186 Tests, 35 akute Infektionen (18,8 %).
Impfschutz bei Asylsuchenden
Bei Asylsuchenden wurde der Impfschutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geprüft:
- 71,9 %
- immun gegen Masern
- 78,9 %
- immun gegen Mumps
- 73,7 %
- immun gegen Röteln
- 81,9 %
- immun gegen Windpocken
Ziel
Die Tests helfen, Infektionen früh zu erkennen, zu behandeln und die Ausbreitung zu verhindern.
Foto: LUA Sachsen
Humanmedizin
Neu in Sachsen: Die Asiatische Tigermücke
Erster Nachweis in Dresden
Im September 2024 wurde in Dresden die Asiatische Tigermücke erstmals in Sachsen entdeckt. Ursprünglich aus Südostasien stammend, breitet sie sich durch globalen Handel und Klimawandel aus. In Südeuropa und Südwestdeutschland ist sie bereits etabliert.
Warum ist das wichtig?
- Aggressiv und tagaktiv – sticht auch am Tag und kann den Aufenthalt im Freien beeinträchtigen.
- Überträger von tropischen Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika.
Monitoring 2025 in Dresden
Von April bis Oktober 2025 führte die LUA Sachsen ein Monitoring im Umkreis von 300 Metern um den Fundort durch:
- Frage: Hat die Tigermücke überwintert? Wie weit hat sie sich ausgebreitet?
- Maßnahmen: Haushalte wurden informiert und um Mithilfe bei der Beseitigung von Brutstätten gebeten.
Ergebnisse
- Die Tigermücke hat überwintert und sich im Monitoring-Gebiet etabliert.
- Keine großflächige Ausbreitung – wahrscheinlich wegen ungünstiger Wetterbedingungen und der Beseitigung von Brutstätten durch Anwohner.
- Nach den ersten Nachweisen 2025 wurde eine Bekämpfungsfirma hinzugezogen.
- Über 300 Verdachtsmeldungen aus Sachsen gingen ein – nur eine (Dresden) bestätigte sich als Tigermücke.
Ausblick 2026
- Informationskampagne mit Videos und Flyern.
- Weitere Infos und Meldeweg
Foto: Richard Bartz (CC BY-SA 2.5)
Humanmedizin
Zecken als Krankheitsüberträger - Borreliose und FSME im Jahr 2025
Borreliose: Häufig, aber nicht immer gefährlich
Zecken können Borreliose übertragen – besonders in Mittelsachsen, dem Erzgebirgskreis, dem Vogtlandkreis und der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge.
Keine Panik!
- Nicht jede Zecke ist infiziert (bis zu 30 % tragen Borrelien).
- Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion und nicht jede Infektion macht krank.
- Viele Betroffene bilden Antikörper, ohne Symptome zu entwickeln.
Wann zum Arzt?
- Bei Wanderröte (Erythema migrans) oder Gelenk- oder Nervenschmerzen nach einem Zeckenstich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Dort wird entschieden, ob ein Bluttest sinnvoll ist und ob eine Antibiotikabehandlung notwendig wird.
FSME: Leichter Rückgang, aber langfristig mehr Fälle
2025 gab es in Sachsen 48 FSME-Fälle.
- Symptome: Meist grippeähnlich, bei 38 % mit neurologischen Folgen.
- Impfschutz: Nur ein Patient war geimpft – die Impfung wirkt!
- Infektionszeit: Meist Juni–August, aber auch im Winter (3 Fälle zwischen November und Januar).
- Risikogebiete: Fast ganz Sachsen ist betroffen – nur Leipzig (Stadt und Landkreis) nicht.
Trend: Die Fallzahlen steigen langfristig, unter anderem durch Klimawandel, längere Zeckenaktivität und bessere Diagnostik.
Schutz vor Zecken: So geht’s
- FSME: Impfung ist der beste Schutz, natürlich neben dem Schutz vor Zeckenstichen.
- Borreliose: Keine Impfung verfügbar – daher:
- Kleidung: Lange Ärmel, Hosen in Socken stecken.
- Kontrolle: Nach Spaziergängen Körper absuchen.
- Schnell handeln: Zecken sofort entfernen – Borrelien werden erst nach Stunden übertragen.
Jahresbericht 2025
Lebensmitteluntersuchung
Lebensmitteluntersuchung
Ein Blick hinter die Kulissen der Lebensmitteluntersuchung
2025 wurden in Sachsen 20.428 Proben (91 % des Plans) von Lebensmitteln, Kosmetika, Bedarfsgegenständen und Tabakerzeugnissen untersucht. 3.231 Proben (15,8 %) wurden beanstandet – leicht weniger als im Vorjahr (16,8 %). Bei 1.171 Proben gab es Hinweise auf Hygienemängel.
Wo gab es die meisten Probleme?
- 15,4 %
- Beanstandungen bei Lebensmitteln
- 65,2 %
- Beanstandungen bei Tabakerzeugnissen
- 21,4 %
- Beanstandungen bei Kosmetika
- 17,6 %
- Beanstandungen bei Bedarfsgegenständen
Bei den Lebensmitteln besonders betroffen waren Nahrungsergänzungsmittel (43,1 %), vegane/vegetarische Ersatzprodukte (24,7 %), Süßwaren (25,2 %) und Brotaufstriche (25,2 %).
Der Hauptgrund war dabei die falsche oder irreführende Kennzeichnung (zum Beispiel fehlende Allergenhinweise, falsche Nährwertangaben).
Gesundheitsrisiken
- Nur 50 Proben (0,24 %) wurden als gesundheitsschädlich beurteilt, etwa aufgrund des Nachweises von Salmonellen, Listerien oder Fremdkörper.
- 458 weitere Proben enthielten krankheitserregende Keime (zum Beispiel in Rohmilch oder Hackfleisch), waren aber mit Warnhinweisen (zum Beispiel »Vor Verzehr abkochen«) versehen bzw. handelte es sich um nicht verzehrfertige Lebensmittel.
Fazit
Die Sicherheit von Lebensmitteln und Produkten in Sachsen bleibt hoch. Die meisten Beanstandungen betrafen Kennzeichnungsfehler, nicht akute Gesundheitsgefahren.
Lebensmitteluntersuchung
Echte Lebensmittel, echte Sicherheit – zur Rolle der Authentizität
Lebensmitteluntersuchung
Dubai-Schokolade – begehrt, beprobt, beanstandet
Was ist das Problem?
2025 wurde Dubai-Schokolade (Milchschokolade mit einer Füllung aus Pistaziencreme und knusprigen Teigfäden) in Sachsen 18-mal geprüft – alle Proben wurden beanstandet (100 % Quote).
Hauptmängel
Falsche Herkunftsangabe
Viele Produkte stammten aus der Türkei oder Deutschland, wurden aber als »Dubai-Schokolade« verkauft. Das OLG Köln urteilte: Nur Produkte aus Dubai dürfen so heißen – sonst muss »Dubai Style« draufstehen.
Fehlende oder falsche Kennzeichnung
- Allergene (zum Beispiel Sesam, Haselnüsse) nicht oder falsch deklariert.
- Azofarbstoffe (zum Beispiel Tartrazin E 102) ohne Warnhinweis für Kinder.
Verbotene Stoffe
zum Beispiel Rhodamin B, ein Farbstoff
Hygienemängel
Zwei Proben wiesen hohe Keimbelastungen auf.
Aktuelle Lage
- EU-weite verstärkte Kontrollen betreffen Dubai-Schokolade aus der Türkei wegen nicht gekennzeichnetem Sesamanteils und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen Aflatoxin B1.
- Neuer Trend: »Angel-Hair-Schokolade« (mit Art Zuckerwatte anstelle der Teigfäden) zeigt ähnliche Mängel (zum Beispiel Allergene, Kennzeichnung).
Fazit
Vorsicht bei exotischen Süßwaren – Kennzeichnung und Herkunft prüfen!
Lebensmitteluntersuchung
Listeria monocytogenes – ein ständiger Begleiter in der Lebensmitteluntersuchung
Aktuelle Lage in Sachsen (2025)
- 6.092 Lebensmittelproben untersucht, davon 5,5 % mit Listerien belastet.
- Besonders betroffen: Fleisch und Wurst (13,9 % der Proben positiv), vor allem rohes Hackfleisch (20,8 %) und Rohwürste (25 %).
- 9 Proben überschritten den Grenzwert von 100 Keimen pro Gramm – davon wurden 6 als gesundheitsschädlich eingestuft (zum Beispiel Teewurst, geräucherter Heilbutt).
Neue EU-Regeln ab Juli 2026
- Strengere Grenzwerte: Für verzehrfertige Lebensmittel, die Listerien-Wachstum begünstigen, gilt künftig »nicht nachweisbar in 25 g« – während der gesamten Haltbarkeitsdauer.
- Ziel: Sicherheitslücke schließen, da bisherige Regeln nur bis zum Verlassen des Herstellers galten.
- Herausforderungen:
- Lebensmittelhersteller müssen aufwendige Tests (zum Beispiel Challenge-Tests) durchführen, um die Einhaltung nachzuweisen.
- Behörden müssen einheitliche Standards für die Bewertung der Nachweise entwickeln.
Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun?
Risikolebensmittel meiden
Besonders wichtig für Schwangere, Ältere und immungeschwächte Menschen.
Richtig kühlen
Den Kühlschrank auf höchstens 4 bis 5 °C einstellen und verzehrfertige Produkte schnell verbrauchen.
Gründlich durchgaren
Fleisch, Fisch und Eier ausreichend erhitzen und Rohes von Verzehrfertigem trennen.
Sauber arbeiten
Hände, Messer und Arbeitsflächen nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln sofort reinigen.
Fazit
Listerien sind eine oft unterschätzte, aber lebensbedrohliche Gefahr – besonders für Risikogruppen. Prävention durch Hygiene, richtige Lagerung und neue EU-Vorgaben soll die Sicherheit erhöhen. Jeder kann durch bewussten Umgang mit Lebensmitteln dazu beitragen!
Lebensmitteluntersuchung
Algen im Trend – Vorsicht beim Jodgehalt
Algen sind in der Küche beliebt – ob als Sushi-Nori, in Suppen (Kombu, Wakame) oder als veganes Geliermittel (Agar Agar, Alginat). Es gibt Makroalgen (zum Beispiel Nori, Zuckertang) und Mikroalgen (zum Beispiel Spirulina, Chlorella), aus Meer oder Süßwasser.
Jod in Algen: Wichtig, aber riskant
Jod ist lebensnotwendig, aber zu viel schadet!
- Meeresalgen (vor allem Braunalgen wie Kombu) können extrem viel Jod enthalten – bis zu 10.000 mg/kg (Trockenware).
- Süßwasseralgen (zum Beispiel Spirulina) enthalten kaum Jod.
- Empfohlene Obergrenze: Maximal 500 µg Jod/Tag für Erwachsene (BfR), da Deutschland wieder ein Jodmangelgebiet ist.
Risiken bei übermäßigem Jodkonsum
- Schilddrüsenprobleme: Bei plötzlicher hoher Jodzufuhr (zum Beispiel durch Algen) kann es zu Schilddrüsen-Überfunktion mit lebensbedrohlichen Folgen kommen.
- Dauerhafter Überschuss: Kann die Hormonbildung hemmen und zu Unterfunktion oder Kropf führen.
Tipps für sicheren Algen-Genuss
Kennzeichnung beachten
Produkte sollten Jodgehalt, Warnhinweise und Verzehrempfehlungen angeben.
Zubereitung hilft
Einweichen, Blanchieren oder Kochen reduziert den Jodgehalt.
Mengen beachten
Das BfR empfiehlt maximal 20 mg Jod/kg Trockengewicht – sofern keine klaren Hinweise auf der Packung stehen.
Beispiel: Getrocknete Seetangstreifen enthielten 2025
3.282 mg Jod/kg. Nach dem Einweichen: nur noch 36 mg/kg – aber auch hier gilt: Nicht zu viel davon essen!
Fazit
Algen sind gesund, aber Vorsicht bei Meeresalgen! Man sollte sich über den Jodgehalt informieren und an die empfohlenen Mengen halten.
Jahresbericht 2025
Futtermittelüberwachung
Futtermittelüberwachung
Sicherheit beginnt beim Futter – Ein Einblick in die Fachrechtskontrollen der amtlichen Futtermittelüberwachung
Warum Futtermittelkontrollen wichtig sind
Gesunde Nutztiere (Rinder, Schweine, Geflügel, Fische) liefern uns sichere Lebensmittel. Dafür brauchen sie sicheres Futter! Die amtliche Futtermittelüberwachung in Sachsen prüft, ob Hersteller, Händler und Landwirte die gesetzlichen Vorgaben einhalten – von der Lagerung bis zur Kennzeichnung.
Was wird kontrolliert?
- 5.794
- Futtermittelunternehmen an mehr als 6.300 Standorten in Sachsen
- 865
- Inspektionen in 2025, davon 795 Routinekontrollen und 49 mit Verstößen
- 718
- untersuchte Futtermittelproben – vor allem bei Einzelfuttermitteln (zum Beispiel Getreide) und Mischfuttermitteln (zum Beispiel Tierfutterpellets).
Schwerpunkte
- Saubere Lagerung (keine Schadstoffe, keine Verunreinigungen).
- Fütterungshygiene in tierhaltenden Betrieben.
- Einhaltung von Grenzwerten für Schadstoffe (zum Beispiel Schwermetalle, Dioxine) und Zusatzstoffe (zum Beispiel Vitamine).
Wie wird kontrolliert?
- Vor Ort: 5 Außendienstmitarbeiter prüfen Lager, Produktionsstätten und Fütterungshygiene – mit spezieller Ausrüstung (zum Beispiel Probenahme-Stäbe, Schutzausrüstung).
- Proben: Repräsentative Proben werden entnommen und im Labor auf Schadstoffe oder falsche Deklarationen untersucht.
- Maßnahmen bei Verstößen:
- Mängelbeseitigung anordnen.
- Futtermittel sperren oder aus dem Verkehr ziehen.
- Meldung an Schnellwarnsysteme oder andere Behörden.
Warum das alle betrifft?
- Nutztiere: Sicheres Futter = sichere Lebensmittel (Fleisch, Milch, Eier).
- Heimtierfutter: Auch hier gelten strenge Regeln – trotz kreativer Vermarktung.
- Verbraucherschutz: Die Überwachung ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Industrie und unserem Teller.
Fazit
Die Futtermittelüberwachung sorgt dafür, dass Tiere gesund bleiben – und wir uns auf unsere Lebensmittel verlassen können.
Jahresbericht 2025
Veterinärmedizin
Veterinärmedizin
Aviäre Influenza in Sachsen - alle Jahre wieder und doch immer wieder neu
Betroffene Regionen
Ausbrüche bei Wildvögeln über ganz Sachsen verteilt.
Quelle: TSN
Wie verbreitet sich das Virus?
- Hauptquelle: Wildvögel (vor allem Wildvögel wie Wildgänse, Schwäne) bilden das Reservoir – Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel durch direkten oder indirekten Kontakt.
- Neue Entwicklung: Das Virus zeigt eine hohe genetische Vielfalt, die neben Vögeln eine Anpassung an Säugetiere ermöglicht (zum Beispiel Wildcarnivoren, unter anderem 2 Füchse im LK Bautzen). Bisher keine Nachweise einer Übertragung auf Menschen in Deutschland.
Was wird getan?
Monitoring
Geflügelbestände und -haltungen, verendete Wildvögel und Wildcarnivoren (zum Beispiel Füchse, Waschbären) werden regelmäßig untersucht.
Schutzmaßnahmen
Aufstallung von Geflügel, Hygiene und Desinfektion, Zugangsbeschränkung (zum Beispiel im Zoo Leipzig).
Fazit
Die Vogelgrippe bleibt eine ernste Bedrohung für Wildvögel und Geflügelbestände. Halter müssen Biosicherheitsmaßnahmen (zum Beispiel Schutz vor direkten und indirekten Kontakt mit Wildvögeln) ganzjährig streng einhalten. Monitoringuntersuchungen im Wildtierbereich sowie die Einsendung von Verdachtsproben von Nutzgeflügel zur schnellen Abklärung sind wichtig, um Risiken für das Nutzgeflügel zu erkennen, Ausbrüche und die weitere Virusausbreitung frühzeitig einzudämmen sowie Gefahren einer Adaptation von HPAI an Säugetiere bzw. den Menschen besser abschätzen zu können.
Veterinärmedizin
Schmuggelhunde und Urlaubsreisen - was Hund aus dem Ausland so mitbringen kann
Fallbeispiel 1: Welpen aus Osteuropa
Hintergrund: Immer mehr Hunde werden aus Osteuropa illegal nach Deutschland geschmuggelt – oft unter katastrophalen Bedingungen.
Hauptprobleme
- Infektionskrankheiten: Durchfall (Parvoviren, Salmonellen, Giardien, Bandwürmer),Sepsis.
- Stoffwechselstörungen: insbesondere bei Zwerghunderassen durch Stress (zum Beispiel Transport) verursachtes Leberversagen.
- Cave Tollwut: aktuell (2025) gab es in Rheinland-Pfalz einen Fall – ein Hund aus Russland war infiziert. Bei drei nach Sachsen verbrachten Kontaktehunden wurden vorsorglich die Tollwutantikörper-Titer durch die LUA bestimmt, die Tiere geimpft und beobachtet.
Aktuelle Tollwutlage in Europa
- Polen (Grenzgebiet zur Ukraine): 2025 wurden 18 Tollwutfälle bei Tieren (Füchse, Hunde, Katzen) bestätigt.
- Deutschland: Tollwut kommt bei Fledermäusen vor (andere Viren als klassische Tollwut).
Fazit
Keine Welpen aus dem Ausland kaufen! – viel Tierleid, hohe Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern für Tier und Mensch, hohe Folgekosten für Besitzer
Fallbeispiel 2: Urlaub mit dem Hund – Herzwurmerkrankung
Bei einem importierten Hund aus Bulgarien wurde bei der Sektion in der LUA eine Infektion mit Herzwürmern (Dirofilaria immitis) nachgewiesen.
- Übertragung: Durch Mücken; Krankheit in tropischen und subtropischen Gebieten (zum Beispiel Mittelmeeranrainer) weit verbreitet (endemisch), so dass sich auch in den Urlaub mitreisende Hunde infizieren können
- Symptome: Husten, Atemnot, Erbrechen, Schwäche.
- Gefahr: Die Würmer können Herz, Lunge und Nieren schädigen – oft tödlich.
Vorbeugung
- Vor Reiseantritt: Tierarzt konsultieren (unter anderem Dokumentenprüfung), Impfungen aktualisieren und Mückenschutzvorsorge (zum Beispiel Spot-On-Präparate) sind Pflicht!
- Nach der Reise: Test auf Reisekrankheiten (zum Beispiel Herzwürmer, Babesien, Leishmania).
Veterinärmedizin
MRSA in Rohmilchproben – Häufigkeit und Risiken
Was ist MRSA?
- Methicillin-resistente Staphylococcus aureus – ein multiresistentes Bakterium, gegen das eine Vielzahl Antibiotika nicht wirksam ist.
- Übertragung: Durch engen Kontakt mit MRSA positiven Tieren oder Menschen
Aktuelle Daten aus Sachsen (2025):
- 2.688 Staphylococcus aureus-Isolate in Milchproben gefunden.
- 204 davon (7,6 %) waren MRSA – leicht rückläufig (2024: 8,5 %).
Jahresbericht 2025
Die LUA Sachsen
Die LUA Sachsen
Was macht die LUA?
Die LUA Sachsen leistet mit ihren ca. 500 Mitarbeitenden einen wissenschaftlichen Beitrag zum Infektionsschutz, Umweltmedizin, Krankenhaushygiene, Lebensmittel- und Tiergesundheit. Sie untersucht Proben, erstellt Gutachten und unterstützt den öffentlichen Gesundheitsdienst Sachsens.
Die LUA Sachsen
Zahlen & Mitarbeitenden
Die 497 Mitarbeitenden teilen sich wie folgt auf die Standorte auf:
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 51 Mitarbeitende eingestellt, darunter 9 Praktikantinnen und Praktikanten zur/zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker/in und Auszubildende. Neue Mitarbeitende begrüßt die LUA mit einer Willkommensbroschüre, einem Kennenlerngespräch mit der Präsidentin und einer strukturierten Einarbeitung.
Frauenquote
Von den 497 Mitarbeitenden Stand 31.12.2025 sind 392 Frauen, die Frauenquote beträgt damit 79 %.
Teilzeit
Von 497 Mitarbeitenden (Stand 31.12.2025) sind 257 teilzeitbeschäftigt, dies entspricht 52 %.
Ausbildung & Praktikum
23 Auszubildende und 63 Praktikanten (Schülerinnen und Schüler, Berufsausbildung, Hygienekontrollerinnen und -kontrolleure, Studierende, Hospitantinnen und Hospitanten)
Die LUA Sachsen
Wir arbeiten nach zwei Akkreditierungsnormen.
Dazu benötigen wir diverse Regelungen und Vorgabedokumente damit Untersuchungen einheitlich, nachvollziehbar und abgesichert durchgeführt und korrekte Untersuchungsergebnisse erzielt werden.
Zu den Regelungen/ Vorgabedokumenten gehören neben zahlreichen nationalen und internationalen Verordnungen unter anderem:
- 1
- Qualitätsmanagementhandbuch
- 3
- Probenahmehandbücher
- 34
- Standardarbeitsanweisungen
- ca. 450
- Verfahrensanweisungen
- ca. 1100
- validierte Prüfverfahren
- ca. 3100
- Gerätehandbücher
Alle Dokumente müssen erstellt, gepflegt und aktuell gehalten werden.