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Humanmedizin

Im Vollzug des Infektionsschutzgesetzes sowie entsprechender Verordnungen des Bundes beziehungsweise des Freistaates Sachsen unterstützt der Fachbereich Humanmedizin die für den Vollzug gesundheitsrechtlicher Vorschriften für Mensch und Tier zuständigen Behörden, Einrichtungen des Landes und der Kommunen.

Die allgemeinen Aufgaben des Fachbereichs Humanmedizin umfassen:

  • Beratung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), der Landesdirektion Sachsen, der Gesundheitsämter und weiterer Behörden und Einrichtungen des Freistaates Sachsen zu Fragen des Infektionsschutzes, der Hygiene und der Umweltmedizin
  • Erarbeitung von Stellungnahmen und Konzeptionen im Auftrag des SMS
  • Mitwirkung bei der Erstellung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften des SMS
  • Erarbeitung von Empfehlungen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten im Freistaat Sachsen (Herdbekämpfungsprogramme)
  • Erarbeitung von speziellen Maßnahmeplänen für bioterroristische und hochkontagiöse Erreger
  • Mitarbeit beim Netzwerk Multiresistente Erreger des Freistaates Sachsen
  • Berichterstattung im Rahmen gesetzlicher Vorgaben der EU, des Bundes und des Landes
  • Erstellung von Gutachten für Gerichte und Staatsanwaltschaften
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung im Rahmen der durch Rechtsvorschriften bestimmten oder durch das SMS übertragenen Aufgaben
  • Fachliche Mitwirkung bei Fortbildungsveranstaltungen für in der amtlichen Überwachung Tätige und andere Personen im Auftrag des SMS oder auf Ersuchen der zuständigen Behörde
  • Mitarbeit in Kommissionen und Arbeitsgruppen

Medizinische Mikrobiologie

Gemäß Paragraf 3 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst im Freistaat Sachsen (SächsGDG) werden die für den Vollzug gesundheitsrechtlicher Vorschriften zuständigen Behörden von der Landesuntersuchungsanstalt/Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene durch medizinische Untersuchungen unterstützt. Auf der Basis dieser Untersuchungsergebnisse leiten die Gesundheitsämter entsprechende antiepidemische Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten ein.

Die diagnostischen Aufgaben der Medizinischen Mikrobiologie umfassen:

  • Mikrobiologische Diagnostik im amtlichen Auftrag bei Erkrankten, Ausscheidern und Kontaktpersonen (Umgebungsuntersuchungen) zur Abklärung bevölkerungs-medizinisch relevanter Infektionskrankheiten beim Menschen beziehungsweise zum Nachweis entsprechender menschlicher Infektionserreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten)
    • bei Häufungen, Ausbrüchen, Epidemien, in Gemeinschaftseinrichtungen
    • im Rahmen von Herdbekämpfungsprogrammen des Freistaates Sachsen
    • bei Asylbewerbern
    • bei sexuell übertragbaren Infektionen (STI) (Hinweise zur Verschlüsselung von Patientendaten)
    • bei impfpräventablen Erkrankungen
    • bei nosokomialen Infektionen
    • beim Vorliegen epidemiologisch bedeutsamer Resistenzmechanismen
    • bei neu auftretenden Infektionskrankheiten (»emerging infectious diseases«)
    • beim Vorliegen eines hohen Gefährdungspotentials, zum Beispiel Risikogruppe 3-Erreger
    • im Rahmen von Sentinels
  • Mikrobiologische Diagnostik für ein und in Zusammenarbeit mit einem Krankenhaus zu Trainingszwecken
  • Bestimmung von Schädlingen  (zum Beispiel stechende Arthropoden wie Läuse, Flöhe)

Das Untersuchungsspektrum zur Erfüllung der diagnostischen Aufgaben umfasst folgende Bereiche:

Allgemein:

  • Bakteriologie und Mykologie (zum Beispiel Mikroskopie, kultureller Nachweis und Anzucht, Identifizierung mittels biochemischer, serologischer, molekularbiologischer und physikalischer (MALDI-TOF-MS) Methoden, Resistenzbestimmung, Toxin-Nachweis, Typisierung)
  • Mykobakteriologie (zum Beispiel Mikroskopie, kultureller Nachweis und Anzucht, Resistenzbestimmung, molekularbiologischer Nachweis von Erregern des Mycobacterium tuberculosis-Komplexes aus Originalmaterial, molekularbiologische Identifizierung der Mykobakterien-Spezies, molekularbiologische Untersuchung auf Resistenzgene hinsichtlich Isoniazid und Rifampicin aus Kulturmaterial, Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA))
  • Virologie (Zellkultivierung und Virusanzucht, Virus-Typisierung, Neutralisationstest, Antigen-Nachweis)
  • Molekularbiologie (PCR, RT-PCR, Genotypisierung, Sequenzierung, Nachweis von Resistenzgenen und Pathogenitätsfaktoren wie zum Beispiel Toxin-Genen)
  • Serologie (Antikörper-Nachweis mittels EIA, Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay, Immunoblot, Immunfluoreszenz, Agglutination, Hämagglutinations-Hemmtest, Neutralisationstest; Antigen-Nachweis)
  • Parasitologie und Schädlingskunde (Mikroskopie, Antigen-Nachweis, Immunfluoreszenz)

Spezielle Untersuchungsbereiche/Untersuchungsschwerpunkte (Auswahl):

  • Multi-resistente Erreger (MRE) wie zum Beispiel Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE), Extended Spectrum β-Lactamase (ESBL)-Bildner, Carbapenemase-Bildner, 3MRGN (MRGN = multiresistente gramnegative Bakterien), 4MRGN etc.
  • Erreger von Krankenhaus-Infektionen zum Beispiel Pseudomonaden, Enterobakterien
  • Tuberkulose-Erreger einschließlich MDR-TB
  • Erreger von Darminfektionen wie zum Beispiel Salmonellen, Shigellen, Campylobacter spp., Yersinien, Clostridium difficile, darmpathogene Escherichia coli wie unter anderen EHEC, Vibrionen, »Lebensmittelvergifter«, Noroviren, Rotaviren, Adenoviren, Astroviren, Protozoen und Helminthen
  • Meningitis-/Enzephalitis-Erreger wie zum Beispiel Neisseria meningitidis, Haemophilus influenzae b, Enteroviren/Polioviren
  • Erreger respiratorischer Infektionen wie zum Beispiel Influenza-Viren, RSV, Bordetella pertussis
  • Erreger von sexuell übertragbarer Infektionen wie zum Beispiel HIV, Treponema pallidum, Neisseria gonorrhoeae, Chlamydia trachomatis
  • Hepatitis-Viren (A, B, C, D, E)
  • Erreger von Mumps, Masern, Röteln, Diphtherie, Tetanus, Pneumokokken-Infektion, Windpocken/Herpes Zoster, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Hygiene-, Vorrats-, Materialschädlinge

Wasserhygiene

Die diagnostischen Aufgaben der Wasserhygiene umfassen:

  • Hoheitliche Untersuchung von Trinkwasser aus zentralen Wasserversorgungsanlagen sowie Bewertung hinsichtlich der mikrobiologischen und chemischen Parameter
  • Hoheitliche Untersuchung der EU-meldepflichtigen Badegewässer und von wilden Badestellen an Gewässern hinsichtlich der mikrobiologischen und chemischen Parameter der Richtlinie 2006/07/EG »Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung« sowie gegebenenfalls auf das Vorkommen von Blaualgen und Parasiten

Das Untersuchungsspektrum zur Erfüllung der diagnostischen Aufgaben in der Wasserhygiene umfasst folgende Bereiche:

  • Wassermikrobiologie (kultureller Nachweis und Anzucht, biochemische Identifizierung)
  • Wasserchemie (angewandte analytische Untersuchungsmethoden wie GC, IC, HPLC, ICP-MS, LC-MS/MS)

Spezielle Untersuchungsbereiche/Untersuchungsschwerpunkte (Auswahl):

  • Clostridium perfringens (einschließlich Sporen), Coliforme Bakterien, Enterokokken, Escherichia coli, Koloniezahlen bei 22 und 36 Grad Celsius, Pseudomonas aeruginosa und Legionella spec. im Trinkwasser
  • Escherichia coli und intestinale Enterokokken sowie Salmonellen im Badewasser von EU-Badegewässern/wilden Badestellen

Ausführlicher Leistungskatalog des Bereichs Wasserhygiene:

Trinkwasser aus Grund- und Oberflächenwasser

Physikalische und chemische Analysen entsprechend Trinkwasserverordnung 2001 (Stand November 2012):

  • Chemische Parameter der Anlage 2 Teil I und II:  
    Antimon, Arsen, Benzo-(a)-pyren, Benzol, Bor, Blei, Bromat, Cadmium, Chrom, Cyanid, 1,2-Dichlorethan, Fluorid, Kupfer, Nickel, Nitrat, Nitrit, Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe, Biozidprodukt-Wirkstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Quecksilber, Selen, Tetrachlorethen, Trichlorethen, Trihalogenmethane, Uran
  • TrinkwV 2001, Anlage 3: 
    Aluminium, Ammonium, Calcitlösekapazität (Berechnung), Chlorid, Eisen, Färbung (436 nm), Geruch qualitativ, Geschmack qualitativ, Leitfähigkeit, Mangan, Natrium, Oxidierbarkeit, pH-Wert, Sulfat, Trübung

Zusätzliche Parameter für die Berechnung der Calcitlösekapazität:

  • Calcium, Kalium, Magnesium, Säurekapazität bis pH 4,3; Basekapazität bis pH 8,2; Berechnung des Härtebereichs

Mikrobiologische Untersuchungen entsprechend der Trinkwasserverordnung 2001 (Stand November 2012):

  • Mikrobiologische Parameter der Anlage 1 Teil I und II und der Indikatorparameter der Anlage 3 Teil I und II:
    Escherichia coli, Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa, Clostridium perfringens (einschließlich Sporen), Coliforme Bakterien, Koloniezahl bei 22 und 36 Grad Celsius, Legionella spec.

EU - Badegewässer

  • gemäß der Sächsischen Badegewässer-Verordnung und der Richtlinie 2006/07/EG: Escherichia coli und intestinale Enterokokken

Biologische Untersuchungsparameter von Gewässerproben

  • Mikroskopische Untersuchungen von Plankton
  • Mikroskopische Untersuchungen zum Ausschluss von Cyanobakterien/Blaualgen

Weitere Leistungen des Fachgebiets Wasserhygiene

  • Hygienische Begutachtung von Wassergewinnungs- und -aufbereitungsanlagen
  • Untersuchung und Begutachtung der Beeinträchtigung von Trink- und Badewasser durch Schadstoffe
  • Gutachterliche Tätigkeit zu Fragen der Trink- und Badewasserhygiene
  • Fachliche Unterstützung der Gesundheitsämter bei hygienischen Stellungnahmen zu Neubauten beziehungsweise Sanierungsvorhaben (Trinkwasseranlagen, Beckenbäder, Gewässerbäder)
  • Beratung zu Gesundheitsrisiken durch Mikroorganismen beim Baden
  • Berichterstattung zur amtlichen Badegewässerüberwachung
  • Internetpräsentation zur Qualität der Sächsischen Badegewässer
  • Erstellung und Aktualisierung der Badegewässerprofile
  • Amtshilfe bei wasserhygienischen Fragestellungen für die Stadt- und Landkreise, Landesdirektion und Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz
  • Fachliche Mitarbeit an Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter der Gesundheitsämter sowie Fachausbildung von Ärzten und Lebensmittelchemikern und Lebensmittelkontrolleuren
  • Analysen und Berichterstattung zu relevanten Aufgabenstellungen (Landesdirektion, Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, Bundesregierung, EU)

Umweltmedizin, Kommunalhygiene

  • Umweltmedizinische Beratung
  • Beratung zu Fragen der Bau- und Siedlungshygiene sowie der Abfall-, Abwasser- und Bodenhygiene mit umweltmedizinischem Bezug
  • Beratung zu Hygiene- und Gesundheitsaspekten bei der Planung von Gesundheitsdienst- und Gemeinschaftseinrichtungen
  • Hygieneüberprüfungen von Raumlufttechnischen Anlagen
  • Bestimmung von Baum- und Pflanzenpollen in der Außenluft
  • Indoor-Schimmelpilzanalysen von Luft-, Material- und Abstrichproben
  • Formaldehydbestimmungen in der Innenraumluft
  • Untersuchungen flüchtiger organischer Verbindungen in der Innenraumluft
  • Messungen von Kohlendioxidkonzentrationen als Lüftungsindikator in der Raumluft
  • Prüfung raumklimatischer Behaglichkeitsparameter in Gemeinschaftseinrichtungen
  • Badegewässerhygiene siehe unter Wasserhygiene 

Infektionsepidemiologie, Gesundheitsberichterstattung

  • Erfassung und Beurteilung der Situation von meldepflichtigen Krankheiten
  • Beratung zu Maßnahmen beim Auftreten von Infektionskrankheiten, Erkrankungshäufungen und Epidemien
  • Impfberatung, Erfassung von Verdachtsfällen auf Impfkomplikation
  • Sächsisches ARE-/Influenza-Sentinel
  • Erarbeitung von Statistiken, Analysen und Trendbeurteilungen
  • Information von Behörden sowie der Bevölkerung

Hygiene der Gesundheitseinrichtungen, Hygiene der Gemeinschaftseinrichtungen, Kurorthygiene

  • Fachliche Kompetenz zu Hygienefragen in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen, insbesondere Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, Arztpraxen, Altenpflegeheimen, Kindertagesstätten, Schulen, Wäschereien, mikrobiologischen Laboratorien sowie nichtmedizinischer Gewerbe nach Sächsischer Hygieneverordnung und Bestattungseinrichtungen
  • Beratung und Unterstützung der Gesundheitsämter und anderer Behörden
  • Probenahmen und Messungen vor Ort (zum Beispiel mikrobiologische Proben, Luftpartikel, Temperaturdatenlogger, Raumklima, Schall, Tageslicht)
  • Laboruntersuchungen einschließlich Befundbeurteilung
  • Fortbildung von Mitarbeitern aus Behörden sowie Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen
  • Begutachtung von Bauprojekten
  • Bewertung nosokomialer Infektionen
  • Mitarbeit im Netzwerk Multiresistente Erreger (MRE) Sachsen
  • Tätigkeiten als externer Krankenhaushygieniker
  • Mitarbeit bei der Erarbeitung von Rechtsgrundlagen
  • Erstellung von Hygieneempfehlungen und -richtlinien, einschließlich der Mitarbeit im Länderarbeitskreis zur Erstellung von Rahmenhygieneplänen
  • Mitarbeit im Landesbeirat zur Anerkennung von Kur- und Erholungsorten am Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) - fachliche Begutachtung der hygienischen Kriterien im Anerkennungsverfahren (zum Beispiel Trinkwasser, Lärm, Kureinrichtungen, öffentliche Toiletten)

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